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7 Wochen ohne Blockieren

7wochenohne2021

Liebe Gemeinde,

„7 Wochen ohne“ so heißt die bekannte Fastenaktion der evangelischen Kirche. Dieses Jahr drängt sich vielleicht der Wunsch auf „7 Wochen ohne Corona“. Seit nunmehr über einem Jahr beschäftigt uns dieses Virus, mal mehr und mal weniger, und bei vielen lassen inzwischen die Geduld und die Kräfte nach. Wenn doch endlich mal ein Ende in Sicht wäre! Das zweite Mal nun für uns beginnt eine Fastenzeit und es steht ein Osterfest bevor, die unter diesen besonderen Vorzeichen stehen. Die Fastenaktion heißt jedoch nicht „ohne Corona“, das wäre doch allzu naiv gedacht. Nein, sie führt uns nicht in ein unrealistisches Wunschdenken, sondern sie führt uns in die Weite, in eine Weite, wie nur das Vertrauen auf Gott sie schenken kann. Die Fastenaktion heißt „7 Wochen ohne Blockieren“. Jugendliche würden es vielleicht mit dem Slogan ausdrücken: „Wenn dir einer eine Zitrone gibt, dann mach Limonade daraus.“

An einer wunderbaren Bibelgeschichte wird dies beispielhaft erzählt. Das zweite Buch Mose handelt vom Auszug der Israeliten aus Ägypten. Zur Vorgeschichte gehört, dass der Pharao zwei israelischen Hebammen befiehlt, alle neugeborenen Buben nach der Geburt zu töten. Die beiden werden im 2. Buch Mose 1,15 sogar namentlich genannt: Pua und Schifra. Wie reagieren nun diese beiden Frauen? Sie könnten aus Angst vor dem Pharao erstarren. Das tun sie aber nicht und führen den Befehl auch nicht aus. Sie widersetzen sich und als sie sich dafür vor dem Pharao rechtfertigen müssen, antworten sie: „Die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen, denn sie sind kräftige Frauen. Ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie geboren.“ (Ex 1,19) Der Pharao kann ihnen nichts anhaben, die Neugeborenen überleben und weiter heißt es im Text „Gott tat den Hebammen Gutes“.

Die beiden nutzen den kleinen Spielraum, den sie hatten. Forsch und mutig ist ihr Auftreten beim Pharao. Die Allmacht des Pharao scheint nur so, Schifra und Pua sind widerständig und höhlen diese Macht nach ihren Möglichkeiten aus. Mir gefallen die beiden sehr.

Auch wir sollten aufpassen, uns nicht von der Übermacht eines Virus in Angst und Schrecken versetzen zu lassen. Es hat bereits Blockaden hervorgerufen, vor allem Denkblockaden. Wir erinnern uns nur an verrückte Hamsterkäufe vor einem Jahr oder an die Querdenkerbewegung, die sich auf Abwege der Vernunft begeben hat.

Es ist nun höchste Zeit, dem Virus die Macht wieder zu nehmen und in den weiten Raum der Möglichkeiten zu treten, den Gott für uns geschaffen hat.

Ihre Pfarrerin Katja Baumann

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