Griesmayerstraße 63, 89233 Neu-Ulm

Deutsch-Brasilianische Weihnachtsfeiern

sliced bread served on black metal tray

Interessant ist, wie einige Advents-und Weihnachtsbräuche von Deutschland nach Brasilien gebracht und dort angepasst wurden. Viele Familien taten dies aus Heimweh und auch aus dem Bedürfnis, im­mer an ihre Wurzeln zu denken. Ich erinnere mich gerne an Advents­nächte als Kind: In der Hitze des brasilianischen Sommers machten wir das Licht aus und zündeten die entsprechenden Kerzen am Ad­ventskranz an.

sliced bread served on black metal tray

Im Licht weiterer Kerzen, die über den Tisch verteilt waren, sangen wir deutsche Ad­ventslieder: „Kling, Glöckchen, klin­gelingeling…“, „O, Tannenbaum…“ usw. Aus der Küche kam ein guter Geruch, wegen des „kostbaren Rezepts, das Oma Creutzberg aus Deutschland mitgebracht hat“: Der STOLLEN! Natürlich wurde die Rezeptur an brasilianische Zutaten angepasst: Neben Rosinen enthiel­ten Stollen noch Paranüsse und manchmal sogar Schokostückchen (da es kein Marzipan gab). Und dazu wurde auch von einer Legende erzählt: „Der Stollen stellt ein Ge­schenk der Engel an die Hirten auf den Feldern von Bethlehem dar: Sie liefen, um das Jesuskind zu sehen, aber sie vergaßen das BROT, das sie zum Backen in den Ofen gelegt hatten!

Als sie zurückkamen, waren die Brote von außen verbrannt und hart. Da kam plötzlich ein Engel zurück und ermutige die Hirten, die Brote zu probieren. Und zu ihrer Überraschung waren sie im Inneren köstlich süß.“ – Bei Oma Voit (der Großmutter meiner Frau) passierte sogar etwas Lustiges: Der WEIH­NACHTSBAUM hatte viele bunte Verzierungen, Kugeln, Glitzer… Und, über die grünen Zweige verteilt, viel weiße Baumwolle!

Ja, genau, um sich an den deutschen Weihnachts­schnee zu erinnern! Und wir, von bei 30 bis 40 Grad schwitzend, hatten noch nie Schnee gesehen. Und als wir das Lied „Schlittenfahrt, Schlittenfahrt…“ hörten, fragten wir uns, wie das wirklich sein würde. Und so feierten wir die Schönheit von Ad­vent und Weihnachten und pflegten einige Traditionen, die von unseren Vorfahren aus Deutschland und Tschechien weitergegeben wurden.

Das Wichtigste ist, dass wir überall freudig die Geburt unseres Herrn Jesus feiern können.

Pfarrer Renato Creutzberg  

1 Mensch mag diesen Artikel
Datenschutzerklärung
Diese Website verwendet Cookies – nähere Informationen dazu und zu Ihren Rechten als Benutzer finden Sie in unserer Datenschutzerklärung am Ende der Seite. Klicken Sie auf „Ich stimme zu“, um Cookies zu akzeptieren und unsere Website besuchen zu können.