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Predigtgedanken – 3. Advent – 13.12.2020

white pillar candles on white table
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Wochenspruch für die neue Woche:

Bereitet dem HERRN den Weg; denn siehe,
der HERR kommt gewaltig. Jesaja 40,4.10


Liebe Gemeinde,

kommt Weihnachten von selber? Ohne Mühe und Anstrengung? Wohl kaum. Dieses Jahr merken wir besonders, wie viele Steine bzw. Felsbrocken da auf dem Weg liegen, um überhaupt an das Ziel zu gelangen. Statt klarer, wird es immer ungewisser, wie Weihnachten in diesem Jahr gefeiert werden kann. Es erinnert mich an die Geburtsgeschichte Jesu, aber dann auch an sein späteres Wirken. Beidem lagen Hindernisse auf dem Weg. Wer hilft mit, diese aus dem Weg zu räumen? Die ineinander verwobenen Geburtsgeschichten von Johannes und Jesus zeigen, welche Aufgabe Johannes im Leben haben soll. Er soll der Wegbereiter Jesu werden. Noch bevor Maria schwanger wird, trägt die Cousine Elisabeth den Johannes unter ihrem Herzen. Auch sein Kommen ist Anlass allergrößter Freude seines Vaters Zacharias:

Und Johannes Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David – wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten –,dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund, an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen. Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Der Mund des Zacharias, der zunächst verschlossen war, quillt jetzt über vor Freude und Gotteslob. Der Lobgesang des Zacharias gilt seinem Sohn, Johannes, dem Täufer. Johannes werde, so sieht es der Vater, „ein Prophet des Höchsten“ heißen. Dieser Höchste ist Jesus. Ihm werde er den Weg bereiten. „Erkenntnis des Heils“ werde er „seinem Volk“ geben, und zwar einer solchen Erkenntnis, die in der Vergebung der Sünden besteht. Sein Wirken sei selbst ein Zeichen der Barmherzigkeit Gottes. In nicht ganz leicht zu verstehenden eigenen Wendungen zitiert Zacharias sodann die Heilige Schrift, wo es unter anderem heißt: „Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn aber nicht von nahe. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen […].“ (4. Mos 24, 17). Der Lobpreis endet mit den Worten: „Auf dass er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“

Johannes bereitet Christus die Bahn. Er nimmt sich selber zurück, damit ein anderer groß werden kann. Diese wenigen Verse sind voller Anspielungen und Anklänge an alttestamentliche Stellen. Sie sind eine wahre Fundgrube für Bibelwissenschaftler.

Und in diesen Versen findet sich auch eine sehr genaue, geradezu erstaunlich präzise Beschreibung des christlichen Lebens. Drei Ausdrücke sind es, die aufleuchten. Die, die sich der Barmherzigkeit Gottes gewiss sind, leben „ohne Furcht“. Sie führen ihr Leben in „Heiligkeit“. Und sie gehen „den Weg des Friedens“. Diese drei Dinge: Furchtlosigkeit, ein guter Lebenswandel und schließlich Friedfertigkeit, daran können auch wir uns heute orientieren. Zu allererst steht hier nun die Furchtlosigkeit. Hören wir in diesem besonderen Advent auf die Engel, die nicht aufhören, dies zu verkünden: „Fürchtet euch nicht.“ Egal, was auch um uns herum geschieht. Amen

Amen


Lied: Evang. Gesangbuch 7,1-

1) O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf; reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

2) O Gott, ein’ Tau vom Himmel gieß, im Tau herab, o Heiland, fließ. Ihr Wolken, brecht und regnet aus den König über Jakobs Haus.

3) O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd, dass Berg und Tal grün alles werd. O Erd, herfür dies Blümlein bring, o Heiland, aus der Erden spring.

4) Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal

Fürbittengebet:

Das Licht wird wiederkehren, das hast du verheißen. Die Schatten des Todes werden verschwinden, auch das hast du uns verheißen, du Gott des Lebens. Wir warten.
Wir sehnen uns nach Licht und Leben.

Komm zu den Kranken und Infizierten, an den Beatmungsgeräten und auf die Intensivstationen. Komm zu denen, die sie behandeln und begleiten. Vertreib die Schatten des Todes.

Komm zu den Familien, in Anspannung und Sorge. Komm zu den Alleingelassenen, die sich vor Weihnachten fürchten. Vertreib die Finsternis. Komm zu den Mächtigen und gib ihnen Liebe zur Gerechtigkeit. Komm zu den Einflussreichen und wecke ihre Liebe zum Frieden. Komm zu deiner Kirche und mache uns zu Hoffnungsboten. Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens, du Gott des Lebens. Wir warten auf dich. Komm
Amen.
Vaterunser


Seid getrost und unverzagt und geht in die neue Woche
mit dem Segen des dreieinigen Gottes!

Ihre Pfarrerin Katja Baumann

Liebe Gemeinde, unsere Planungen für Heiligabend und die Weihnachtstage müssen ständig den staatlichen Vorgaben angepasst werden. Wir werden ohne Gesang und immer mit Maske feiern. Dennoch möchten wir alles so schön, wie nur irgendwie möglich gestalten. Wir brauchen für alle Gottesdienste am 24. und 25.12. in Pfuhl und in Burlafingen Ihre Anmeldung auf unsere Internetseite: HIER
Hilfestellung bekommen Sie dafür auch im Pfarramt (Tel. 0731-710682).

Der Beitrag verfällt am 13th December , 2020

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