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Predigtgedanken – 4. Advent – 20.12.2020

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Wochenspruch für die neue Woche:

„Freuet euch in dem Herrn allewege und abermals sage ich:
Freuet euch! Der Herr ist nahe!“ Philipper4,4-5b


Liebe Gemeinde,

in diesem Jahr ist alles anders. Wir haben andere Zeiten. Manches Vertraute geht gar nicht mehr, oder es wird zumindest ganz anders gestaltet. Und natürlich erleben wir auch einen anderen Advent, einen Advent mit vielen Beschränkungen. Aber kein Zweifel: wir leben jetzt in der Adventszeit, wir feiern jetzt schon den 4. Adventssonntag. Advent heißt Ankunft. Wir warten darauf, dass Gott zu uns kommt. Advent weist voraus auf seine Ankunft bei uns; und Advent verweist zurück auf die Ankunft Gottes in einem Kind. An Weihnachten feiern wir, dass Gott in Jesus zu uns gekommen ist. „Freuet euch! Der Herr ist nahe“, ruft uns der Wochenspruch zu. Freut euch, Gott kommt! Ja er ist schon da; aber meist ist er nicht auf Anhieb zu erkennen. So ist es heute, so war es oft in der Geschichte Gottes mit uns Menschen. So war es auch bei Abraham und Sara in der Geschichte, die an diesem Sonntag Predigttext ist:

Der Herr erschien Abraham im Hain Mamre, während er an der Tür seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war. Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde.

Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er antwortete: Drinnen im Zelt. Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür des Zeltes. Und sie waren beide, Abraham und Sara, hochbetagt, sodass es Sara nicht mehr ging nach der Frauen Weise. Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: nun da ich alt bin, soll ich noch Liebeslust erfahren, und auch mein Herr ist alt! Da sprach der Herr zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Sollte ich wirklich noch gebären, nun, da ich alt bin? Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben. Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht – denn sie fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht so, du hast gelacht.

Abraham bekommt Besuch: drei Männer kommen an sein Zelt, oder war es doch nur einer? Die Situation ist nicht klar, doch Abraham zeigt sich als freundlicher, orientalischer Gastgeber. Er lässt sich auf die Besucher ein. Am Ende der Geschichte stellt sich heraus, es ist der Eine, es ist Gott. Ob es uns manchmal auch so geht, dass wir nach einer alltäglichen Begegnung merken: da war Gott im Spiel? Ein Gespräch zur rechten Zeit macht mir Mut und baut mich auf. Oder ich sehe, dass jemand Hilfe braucht und kann ihm beistehen. Unverhoffte, beglückende Erfahrungen.

Abraham bewirtet seinen Besuch fürstlich. Nach dem Essen fragen die Männer nach seiner Frau Sara. Die sitzt hinter dem Zelteingang und lauscht. Und was sie hört, klingt hocherfreulich, aber absolut unglaublich. Einer kündigt ihr die Geburt eines Sohnes an. Sie lacht in sich hinein: Schön wärs! Wie lange hat sie sich nach einem Kind gesehnt! Aber nüchtern hält sie fest: Abraham und ich, wir sind jetzt alte Leute; wie soll ich da noch ein Kind empfangen? Der Gast bekommt ihren Zweifel mit und spricht Abraham darauf an: Warum lacht Sara und zweifelt daran, dass sie gebären wird? Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein? Da kriegt es Sara mit der Angst zu tun und leugnet: ich habe nicht gelacht. Sie hat gemerkt: das sind nicht irgendwelche Besucher, sondern das ist Gott. – Gemeinsam mit Abraham war sie vor vielen Jahren auf Gottes Weisung hin losgezogen in „ein Land, das ich dir zeigen werde“, in eine offene Zukunft. Die beiden hatten keine Kinder. Später, schon hier in Kanaan, hatte Gott Abraham und seinen Nachkommen das Land versprochen. Abraham und Sara konnten sich zwar nicht vorstellen, wie das gehen sollte, aber sie vertrauten unerschütterlich auf Gott, auf seine Zusage. Gott wird Wege finden… auch über die Grenzen unserer Realität hinaus. Was möglich ist, hängt nicht davon ab, was uns im Augenblick realistisch erscheint.- Ein Jahr nach der Begegnung am Zelt bekommt Sara einen Sohn, Isaak; in diesem Namen klingt im Hebräischen das Lachen an, das Lachen des Zweifels und das Lachen der Freude. Bereit sein für Erfahrungen mit Gott: das können auch wir. Inmitten aller Schwierigkeiten und Ängste wegen des Corona-Virus offen sein für Gott. Gott kam zu Abraham und der zunächst zweifelnden Sara. Gott will auch zu uns kommen, auch in dieser Zeit, wo viele einsam sind „Gott wohnt, wo man ihn einlässt“, sagt die jüdische Weisheit. Darum geht es: ihn einzulassen. Bei Sara und bei uns heute.

Amen


Lied: Evang. Gesangbuch 18 Seht die gute Zeit ist nah

1. Seht, die gute Zeit ist nah, Gott kommt auf die Erde, kommt und ist für alle da, kommt, dass Friede werde, kommt, dass Friede werde.

2. Hirt und König, Groß und Klein, Kranke und Gesunde, Arme, Reiche lädt er ein, freut euch auf die Stunde, freut euch auf die Stunde

Fürbittengebet:

Können wir dich erkennen, wenn du zu uns kommst, Gott?
Verwandle und heile uns, Herr, dass wir spüren, wenn du nahst und uns dir öffnen können.

Komm zu allen, die dich suchen und in ihren Nöten fragen:  Wo bist du, Gott?

Komm zu allen, die einsam sind, zu den Alten, die ihre Familien vermissen, zu den Kindern, die in ihren vier Wänden keine Heimat haben.

Komm zu allen Kranken, zu denen, die um ihr Leben bangen: Tröste sie in ihrer Angst.

Komm zu allen, die in Unfrieden leben, zu all den Hungernden, die vergessen werden, zu allen, die auf der Flucht sind vor Gewalt und Elend: Herr erbarme dich! Du bist nahe.

Verwandle und heile uns, Herr, dass wir dich dort, wo wir dich nicht erwarten, erwarten können.
Amen.
Vaterunser


Gott segne dich und behüte dich, deinen Leib und deine Seele
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig, in Liebe und Güte kannst du leben
Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Gott lässt dich nicht aus seiner Hand reißen in Zeit und Ewigkeit.

Ihre Dorothee Rabenstein-Wagner, Prädikantin

Liebe Gemeinde,
nun ist es nicht mehr lange hin bis zum Weihnachtsfest. Hoffentlich gibt es jetzt keine Änderungen mehr für die Weihnachtsgottesdienste. Die geplante Christmette muss wegen der Sperrstunde ab
21 Uhr leider entfallen.

Für den 24. und den 25.12. sind Anmeldungen nötig. Sie können sich hier ganz einfach anmelden.
Auch am Sonntag, den 27.12. wird es noch einen weihnachtlichen Festgottesdienst geben (St. Jakob, Burlafingen, 10:15 Uhr). Auch im Fernsehen werden zahlreiche Weihnachtsgottesdienste übertragen. Außerdem werden wir an den Feiertagen die weihnachtlich geschmückten Kirchen zur stillen Andacht offenhalten. Am 24.12. ist St. Ulrich geöffnet von 15 bis 18 Uhr und St. Jakob von 18-19 Uhr. Am 25. und 26. Dezember sind beide Kirchen von 15-17 Uhr geöffnet. Bitte achten Sie auf Abstände und tragen eine Mund-Nase-Bedeckung. Die nächsten Predigtgedanken zum Weihnachtsfest werden Sie am Dienstag, den 23. Dezember erreichen.

Der Beitrag verfällt am 17th December , 2020

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