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Predigtgedanken zu Kantate – 10.05.2020

kantate1

4. Sonntag nach Ostern, Kantate, 10. Mai 2020: Predigtgedanken zum 2. Buch der Chronik 5,2-5 und 12-14


Wochenspruch für die neue Woche:
“Christus spricht: Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder”

(Psalm 98,1)

Liebe Gemeinde!

sieben Sonntage ohne Gemeindegottesdienst liegen nun hinter uns. Für mich als Gemeindepfarrerin, die ich es gewohnt bin schon seit meiner eigenen Konfirmandenzeit jeden Sonntag in den Gottesdienst zu gehen, mitzufeiern bzw. den Gottesdienst selbst zu gestalten, eine echte Zäsur. Vieles haben wir uns einfallen lassen für diese Zeit der „Abstinenz“: die schriftlichen Predigtgedanken, Texte und Bilder auf der Internetseite und die Einladung zu Fernsehgottesdiensten und Online-Angeboten. Wir bekamen dankbare, auch freudige Rückmeldungen darauf. Doch ein vollwertiger Ersatz für den gemeinsam gefeierten Gottesdienst, das sonntägliche Fest zum Lob und Preis Gottes, für das gemeinsame Singen und Beten, kann dies alles nicht sein.

Die schriftlichen Predigtgedanken gehen vorerst weiter. Auch, wenn an diesem Sonntag wieder ein Gottesdienst gefeiert wird in unserer Gemeinde, wird es nicht so sein wie früher. Wir feiern auch nur in der St. Ulrichskirche. Die Kirche wurde ausgemessen, Abstände müssen eingehalten werden, Plätze wurden festgelegt. Die Anzahl der Gottesdienstbesucher ist beschränkt. Am Eingang muss auf die Maskenpflicht hingewiesen werden. Die Gesangbücher haben wir weggeräumt und in Kisten verpackt. Die Gemeinde soll – soweit vorhanden – eigene Gesangbücher mitbringen. Und das ausgerechnet zum Sonntag ‚Kantate‘! An diesem Sonntag steht üblicherweise die Kirchenmusik, der Gesang, so ganz im Mittelpunkt. Wir hatten geplant, mit den Jubelkonfirmanden einen großen Festgottesdienst zu feiern. Das gemeinsame Singen und die berührende Musik sind eigentlich ein fester Bestandteil jedes Gottesdienstes. So war das schon immer, bereits zu König Salomos Zeiten. Im Predigttext zum Sonntag Kantate lesen Sie, wie damals zu einem besonderen Anlass freudig und überschwänglich gefeiert wurde. Natürlich wurde miteinander musiziert und gesungen:

2 Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des HERRN hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion. 3 Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat ist. 4 Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf 5 und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten.12 und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen Hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen. 13 Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke, als das Haus des HERRN, 14 sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

Orgel St. Ulrichskirche Pfuhl

Der Chronist berichtet über die Einweihungsfeierlichkeiten des Jerusalemer Tempels. Das Volk war bis dato ein Nomadenvolk gewesen. Sie hatten ihr größtes Heiligtum, die Stiftshütte, das heißt die Bundeslade und das Zelt der Begegnung, mit sich durch die Wüste getragen. Jetzt nun soll es endlich einen festen Ort bekommen. Gott zieht um aus der beweglichen Stiftshütte in den neuerrichteten Jerusalemer Tempel. Dort soll er von nun an zu Hause sein, nicht mehr in Gefahr, gestohlen und geraubt zu werden, sondern hier im Herzen des zentralen Heiligtums ist Gott gegenwärtig! Die durchdachte, gut geprobte Inszenierung zeigt die große Bedeutung dieses Umzugs. Gott soll ja nicht nur seinen festen Platz in der Stadt Jerusalem bekommen. Er zieht in voller Pracht und mit großem Getöse ein – auch in die Herzen der Menschen, die auf ihn vertrauen. Die Freude über die Nähe und Gegenwart Gottes lässt die Herzen der Menschen überfließen und findet ihren Ausdruck in der Musik: schönster Gesang, begleitet von Zimbeln und Harfen und mächtige Posaunenklänge erschallen. Halten Sie einen Moment inne und stellen Sie sich diesen Jubel innerlich vor!

Auch wenn wir an diesem Sonntag nun so ganz anders Gottes­dienst feiern werden: Wir haben eine gute Nachricht für die ganze Gemeinde. Der kleine Eingriff im Kirchenraum St. Ulrich ist abgeschlossen. Das Raumklima wurde wieder in ein Gleichgewicht gebracht. Die Schimmelflecken an der Decke sind entfernt und nun zuletzt ist auch die Reinigung und Sanierung unserer Orgel erfolgreich abgeschlossen. Zum Sonntag ‚Kantate‘ wird die Orgel wieder neu und schön erklingen – zum Lobe Gottes! Amen


Lied: Evang. Gesangbuch Nr. 302 „Du meine Seele, singe“

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.


Fürbittgebet

Neue und alte Lieder wollen wir dir singen, o Gott, denn unser Glaube lebt in diesen Liedern.

Doch noch müssen wir leben in liedarmer Zeit, verschlossen sind viele Münder, stumm viele Instrumente, hier bei uns und an vielen Orten dieser Erde.

Aber unser Gebet können wir dir sagen. Wir bringen vor dich, was uns bewegt, was dein Geist uns eingibt. Steh uns bei in dieser Zeit, schütze die Schwachen und alle in Not. Lass Gutes wachsen auch aus den schwierigsten Zeiten. Mach uns zu deiner Gemeinde, die die frohe Botschaft wieder in die Welt hinausträgt mit Freude und Lobgesang. Amen.

Vaterunser


Der Segen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes komme über euch und bleibe bei euch jetzt und alle Tage eures Lebens!

Ihre Pfarrerin Katja Baumann

Die St. Jakobskirche, Burlafingen, wird jeden Sonntag von 18 bis 19 Uhr geöffnet sein für das persönliche Gebet. Bitte beachten Sie die Aushänge in unseren Schaukästen und auf unsere Webseite:

www.pfuhl-burlafingen-evangelisch.de. Vorerst werden wir nur in St. Ulrich, Pfuhl um 10:15 Uhr Gottesdienst feiern. An Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag sind Freiluftgottesdienste im Kirchgarten Burlafingen geplant.

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