Griesmayerstraße 63, 89233 Neu-Ulm

Predigtgedanken zum 1. Petrusbrief 2,21b-25


Wochenspruch für die neue Woche:
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

(Johannes 10,11a, 27-28a)

Liebe Gemeinde,

nun ist es schon erstaunliche sechs Wochen her, seitdem wir das letzte Mal „ganz normal“ miteinander Gottesdienst in unseren Kirchen feiern konnten. Die Passionszeit, die Karwoche und das Osterfest waren dieses Jahr so ganz anders. Statt die Osterbotschaft in der Kirche zu verkünden, suchten wir neue Wege. Die frohe Botschaft wurde zum Beispiel in einem sogenannten Auferstehungsflashmob nach außen getragen. Der Osterchoral „Christ ist erstanden“ wurde am Ostersonntag auf Balkonen und in Kirchgärten gesungen, die Osterbotschaft mit Straßenkreide auf Gehwege geschrieben wie etwa vor die St. Jakobskirche. „Er ist AUFERSTANDEN!“

Corona hinterlässt inzwischen deutliche Spuren. Sehr traurig macht mich, dass Menschen in den Altenheimen ohne den innigen Kontakt zu ihren Angehörigen ihren letzten Weg antreten und sterben – und das auch unabhängig von Corona. Hier erhoffe und dränge ich auf eine Änderung! Außerdem merkt man vor allem im Internet, dass die soziale Isolation und die Bedrohlichkeit des Pandemie-Szenarios Menschen zunehmend in die Irre führen kann. Viele wirre Verschwörungs­theorien geistern durch das Netz. Selbsternannte Experten behaupten zu wissen, dass das Virus in einem Labor gezüchtet wurde oder dass Minderheiten schuld sind an der Ausbreitung. Sie bezweifeln die Gefährlichkeit des Virus oder sehen durch die Einschränkungen gleich den ganzen Rechtsstaat ausgehebelt und die Demokratie ausgehöhlt. Hamsterkäufe zu Beginn der Krise zeigten die Panik und Kopflosigkeit vieler besorgter Menschen.

Eine nie dagewesene Situation kann zu Orientierungslosigkeit führen. Woran halte ich mich? Worauf kann ich schauen, wenn ich im dunklen Tal nicht mehr weiß, wo das Ziel ist und wie es weitergeht? Menschen, die auf Gott vertrauen, beten seit Jahrtausenden mit Worten des Psalms 23: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Diese Gebetsworte stammen aus einer Zeit, in der der Hirte mit seinen Schafen sehr vertraut war. Das Volk Israel lebte als Nomaden- und Hirtenvolk. Hirten konnten gute oder auch schlechte Führer ihrer Herde sein. Kümmerten sie sich um ihre Schafe, sorgten sie dafür, dass die Herde gutes Weideland und frisches Wasser hatte? Der gute Hirte wurde schließlich auch zu einem prägenden Bild für Gott. Auf Gott zu vertrauen, bedeutete, eine innere Ruhe und Gelassenheit zu finden. Für das alltägliche Überleben ist gesorgt. Auch durch dunkle Zeiten im Leben werde ich geführt und getragen, mein Lebensweg hat Orientierung und Ziel. Ich finde Trost und Halt im Vertrauen auf Gott. Ich kann mit meinen Ängsten umgehen und weiß sie aufgehoben bei meinem guten Hirten, deshalb werde ich nicht in die Irre gehen.

Dieses alte Bild von Gott als gutem Hirten lebte auch in der jungen nachösterlichen Gemeinde wieder auf. Die Nachfolge Christi bedeutete für sie nicht nur Freude und Leichtigkeit, sondern auch Not und Verfolgung. Doch in Jesu „Fußstapfen“ zu treten, hieß, neues Leben, Heil und Orientierung zu finden.

21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen;
24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.
25 Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Der 2. Sonntag nach Ostern, Miserikordias Domini – „Die Barmherzigkeit des Herrn“ trägt auch den Namen Hirtensonntag. Heute werden wir genau daran erinnert, dass Gott der gute Hirte unseres Lebens ist. Ihm können wir unsere Sorgen und Ängste anvertrauen. Er schenkt uns Halt in schwierigen Zeiten und Licht auf dunklen Pfaden. Wenn wir darauf vertrauen, können wir einen kühlen Kopf bewahren, wenn Regale im Supermarkt leergefegt werden oder wenn wir von Verschwörungstheorien umschwirrt werden. Mit Rücksicht auf andere und auf die Gesundheit der Schwachen und alten Menschen können wir Einschränkungen unseres Alltags annehmen und kreativ und konstruktiv Wege zu unseren Mitmenschen finden.
Amen.


Predigtlied:
Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit – Evangelisches Gesangbuch Nummer 502


Fürbittengebet:

Gütiger Gott, in Jesus Christus hast du uns
den guten Hirten gesandt.
Wir bitten dich, mach uns durch ihn zu deiner Herde,
geführt von deiner wegweisenden Hand,
geborgen in deiner befreienden Liebe,
genährt auf deinen saftigen Weiden.
Damit auch wir Plätze von Trost und Zuversicht schaffen für diese Welt.
Gib, dass wir auch in schweren Zeiten auf deine Fürsorge vertrauen.
Amen.

Vaterunser


Es segne und behüte euch der barmherzige und liebende Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist!

Ihre Pfarrerin Katja Baumann


Wir hoffen, dass es ab Mitte Mai wieder möglich sein wird, gemeinsam Gottesdienste zu feiern. Bitte achten Sie auf die Aushänge in unseren Schaukästen und auf unsere Webseite:

www.pfuhl-burlafingen-evangelisch.de.

Die Kirchenglocken läuten bis dahin noch zu Beginn des Fernsehgottesdienstes um 9:30 Uhr und laden Sie ein, gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Außerdem gibt es die Möglichkeit, einen Online-Gottesdienst in der Region mitzufeiern. Die Kirchengemeinde Senden lädt jeden Sonntag um 10 Uhr auf ihrer Homepage ein: https://auferstehungskirche-senden.de

Viele jüngere Freiwillige haben sich gemeldet für den Einkaufsservice. Die Risikogruppen (dazu gehören auch alle Menschen ab 60 Jahren) sind gebeten, das eigene Haus möglichst wenig zu verlassen.

Bitte melden Sie gerne Ihren Bedarf in Pfuhl im Pfarramt, Tel.: 719292 oder in Burlafingen, Tel.: 710682.

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