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Was sind eigentlich Lektoren und Prädikanten?

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Was sind eigentlich Lektoren / Prädikanten?
Sie sind Ehrenamtliche. Sie engagieren sich neben ihrem Beruf in unserer Kirche. Sie setzten sich einer langen Ausbildung aus, um Gottesdienste in der Gemeinde feiern zu können.  Sie gestalten dann die Gottesdienste mit einer Predigt und können – wenn das in der Gemeinde gebraucht wird – auch Abendmahlsfeiern leiten.

Lektoren (vom lateinischen lector, zu deutsch: „Vorleser“, abgeleitet) bezeichnet zum einen das Amt, die gottesdienstlichen Lesungen vorzutragen. Zum anderen bezieht sich der Begriff auf Laien mit theologischer Grundbefähigung, die in evangelischen Kirchen an der öffentlichen Wortverkündigung beteiligt sind.

Was ist der Unterschied zwischen Lektoren / Prädikanten?
Lektoren leiten selbständig Gottesdienste. Dabei verwenden sie Lesepredigten.
Prädikanten leiten selbstständig Gottesdienste. Der Prädikant ist dabei zur
freien Wortverkündigung berechtigt. Das heißt diese dürfen eine eigene Predigt halten.

Wieso dürfen diese Gottesdiente halten?
Das Evangelium weiterzusagen. Dazu ist im Prinzip jeder Christ aufgerufen. Im Augsburger Bekenntnis ist festgeschrieben wer diese in der Öffentlichkeit tun soll. Dort steht; dass, „niemand in der Kirche öffentlich lehren oder predigen oder die Sakramente reichen soll ohne ordnungsgemäße Berufung“ Natürlich dürfen dies somit unserer Pfarrer und Pfarrerinnen. Nach und im Zweiten Weltkrieg hat sich der Lektoren- und Prädikantendienst entwickelt was damals sicherlich am Pfarrermangel lag. Inzwischen ist dieser Dienst in unserer Kirch unverzichtbar geworden. Und somit hat man 2012 mit einem neuen Gesetz den Prädikantendienst gewürdigt und die „Beauftragung zur öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung“ als lebenslange ordnungsgemäße Berufung geregelt. Deshalb „dürfen” die so beauftragten – im Rahmen ihrer Dienstordnung – also „vollwertige“ Gottesdienste – auch mit Abendmahl – feiern.

Sind Lektoren / Prädikanten Lückenbüßer?
Ganz im Gegenteil!
Lektoren und Prädikaten haben in der evangelischen Kirche eine große Bedeutung und sind wichtig da Sie durch Ihr Berufs- und Privatleben eigene Erfahrungen einbringen und dadurch auch ganz andere Perspektiven auf den Alltag haben als die Pfarrerinnen oder Pfarrer.
Natürlich springen diese auch ein, wenn kein Pfarrer für einen Gottesdienst zur Verfügung steht. Trotzdem wollen wir Ihnen immer wieder Raum geben und Ihnen mit der Leitung eines Gottesdienstes, auch an besonderen Sonntagen, unseren Respekt und Anerkennung zollen.

Ein Gottesdienst durch einen Lektor / Prädikanten verdient die gleiche Achtung und Aufmerksamkeit wie wenn er von einer Pfarrerin oder Pfarrer gehalten wird. Es geht ja nicht um den Dienstgrad, sondern um die Verkündigung des Evangeliums!

Wie wird man Lektor / Prädikant?
Am Anfang steht die Ausbildung zum Lektor. Dieser beginnt mit einem Biblisch-theologischem Grundkurs über vier Wochenenden. An weiteren vier Wochenenden werden praktisch und theoretisch geübt die Liturgie ansprechend und sicher zu gestalten. Abgeschlossen wird mit einem Prüfungsgespräch.

Die anschließende Prädikantenausbildung dauert noch einmal 4 Wochenenden mit vertiefenden theologischen Fragen zu Gottes- und Menschenbild, die Predigt, alttestamentliche Text, Ethik und vielem mehr.
An erneuten 4 Wochenenden wir dann noch das Predigtschreiben und Predigthalten geübt.
Nach dem Kurs muss jeder noch einen Prüfungsgottesdienst absolvieren.

Kann ich auch Lektor / Prädikant werden?

Wenn Sie Christ sind und Mitglied der Evangelischen Lutherischen Kirche in Bayern ist dies mit Zustimmung des Kirchenvorstandes grundsätzlich möglich. Wenden Sie sich bei Interesse an unser Pfarramt (finanzielle Unterstützung zur Ausbildung kann gewährt werden).

Für den Kirchenvorstand
Florian Unseld

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