Griesmayerstraße 63, 89233 Neu-Ulm

Über unsere Gemeinde

Die Evangelische Kirchengemeinde Pfuhl - Burlafingen befindet sich im Landkreis Neu-Ulm in Bayern.
Kirchlich gesehen ist Sie  dem Evangelischen Dekanat Neu-Ulm zugehörig und Regional verwurzelt in der Region "Ulmer Winkel".
Mit ca. 3900 Gemeindemitgliedern gehören wir zu einer der größten Kirchengemeinden im Dekanat. Unser lebendiges Gemeindeleben ist geprägt von einer sehr aktiven Jugendarbeit, einem motivierten Kirchenvorstand und vielen, ca. 300 Ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Fakten:

DAS GEMEINDEGEBIET DER EVANG.- LUTH. KIRCHENGEMEINDE PFUHL-BURLAFINGEN IST IN ZWEI PFARRSPRENGEL AUFGETEILT:

Sprengel 1. Pfarrstelle: derzeit vakant
Der Sprengel der ersten Pfarrstelle liegt im Gemeindeteil Pfuhl. Er wird im Norden begrenzt von der Gemarkungsgrenze der politischen Gemeinde Pfuhl. Im Osten bildet die Holzstraße (ungerade Hausnummern) und die gesamte Kirchstraße die Grenze. Im Süden begrenzt die Leipheimer Straße zwischen Kirchstraße und Ortsende Richtung Neu-Ulm die Sprengel, im Westen die Ortsgrenze ab Leipheimer Straße Richtung Norden.

Sprengel 2. Pfarrstelle: Pfarrerin Katja Baumann
Der Sprengel der zweiten Pfarrstelle umfasst den ganzen Gemeindeteil Burlafingen.
Dazu kommen in Pfuhl die Gebiete östlich der Holzstraße einschließlich der Holzstraße (gerade Hausnummern), das Gebiet östlich der Kirchstraße sowie das Gebiet südlich der Leipheimer Straße einschließlich der Südseite der Leipheimer Straße (Kapellenberg).

Geschichtliches

Frühestens in der alemannischen Siedlungsphase im 6/7 Jahrhundert entstand der Ort Pfuhl, dessen Name — wie übrigens auch der Name Ulm — Sumpf oder sumpfige Stelle bedeutet. Die ältesten archäologischen Zeugen sind romanische Grundmauern der St, Ulrichskirche, Da sie direkt neben dem ehemaligen Burghof liegt, handelte es sich vermutlich zunächst um die Eigenkirche des Pfuhler Ortsadels, der Familie Laidolf, die von 1244 bis zum Aussterben der Familie am Ende des 14. Jahrhunderts schriftlich nachgewiesen ist. Wahrscheinlich wurden von den Reichenauer Mönchen noch im frühen Mittelalter die Seelsorgestellen rechts der Donau neu organisiert, wodurch die Pfuhler Kirche zur reichenauischen Kirche »ennet feldes«, also an die Ulmer Pfarrkirche, kam. Von Ulm aus wurde Pfuhl dann bis 1582 seelsorgerlich betreut, hatte also keinen eigenen Pfarrer, sondern war kirchlich noch enger mit der nahen Stadt verbunden als durch sein Pfahlbürgerrecht. Pfuhler waren – nach dem ersten Ulmer Stadtchronisten Felix Fabri seit 1140 — zwar keine Bürger der Stadt, hatten aber Teil an bestimmten Gesetzen und Pflichten und konnten vor allem bei Gefahr innerhalb der Stadtmauern Zuflucht finden, Sowohl im Markgrafenkrieg 1552 wie im Dreißigjährigen Krieg 1634, als Pfuhl beide Male geplündert und niedergebrannt wurde, fiel der Verlust an Menschenleben deshalb geringer aus als in den umliegenden Dörfern, zu ihrem Patron kam die St. Ulrichskirche vermutlich dadurch, dass im 12./13.Jhd, die Dillinger Pfalzgrafen, aus deren Geschlecht der Augsburger Bischof Ulrich stammte, die Reichsvogtei über Ulm und damit auch das Pfuhler Reichslehen innehatten. Jedenfalls behielt die Kirche in der Reformation, die der Ulmer Rat Pfingsten 1531 für die Landbevölkerung durchführen ließ, ihren vollen Namen »St. Ulrich«, obwohl alle Heiligenbilder aus der Kirche entfernt wurden. Die Versorgung der Seelsorgestelle von Ulm aus blieb jedoch unbefriedigend. Nach längerer Vakanz steht in der Visitationsakte von 1579 »daß in diesem stattlichen Flecken viel Leut und Kindsbetterinnen ohne Trost göttlichen Worts absterben müssen und dass dort auch nicht allein die Alten sondern auch die Jungen gar ruchlos und sicher leben und unter solcher Jugend nit vil über 6 Knaben gefunden, die die 6 Hauptstück christlicher Lehr und die anderen recht beten können«. So wurde Pfuhl 1582 auf Drängen der Gemeinde eine eigenständige Pfarrei.

Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs wurde an öffentlichen Gebäuden zuerst das Pfarrhaus neu errichtet. Der Fachwerkbau aus dem Jahr 1655 nach Plänen des Ulmer Stadtbaumeisters Joseph Furttenbach erfüllt bis heute seine Funktion. 1661 begann die Renovierung der im Krieg beschädigten Kirche. Für lange Zeit prägend jedoch blieb die Restauration 1727/28 unter Pfarrer Konrad Daniel Kleinknecht. Das von ihm entworfene Deckenfresko vom Guten Hirten bestimmte auch nach einer Übermalung 1867 im Nazarenerstil das Kircheninnere bis zur Restaurierung 1953/ 55, in der unter Verzicht auf die Barockdecke von 1727 die ursprünglichen gotischen Fresken und die alte Balkendecke freigelegt wurden. 

Einen wichtigen Einschnitt in die Geschichte Pfuhls bringt das Jahr 1810, in dem Ulm im Gefolge der napoleonischen Kriege zum Königreich Württemberg kam, während Pfuhl wie alle Besitztümer Ulms rechts der Donau seit 1802 beim Königreich Bayern verblieb. Über Nacht waren die engen wirtschaftlichen Verflechtungen mit Ulm durch den Schlagbaum auf der Donaubrücke gekappt. Die Bevölkerung Pfuhls war davon hart betroffen, da Weber, andere Handwerker und viele Bauern für die Stadt produzierten. Wie sehr allerdings trotz der politischen Trennung von Ulm alte Rechtsverbindungen dorthin intakt blieben, zeigt die Tatsache, dass noch im Jahre 1846 die Pfarrkirchenstiftung Ulm die Kosten für die Reparatur eines Blitzschadens am Turm der St. Ulrichskirche im Jahr 1821 an die Gemeinde in Pfuhl ersetzte, nachdem diese in etlichen Prozessen vergeblich versucht hatte, das Geld aus Bayern zu bekommen. Gegen die soziale Not zu Beginn unseres Jahrhunderts im Dorf ging vor allem Pfarrer Griesmayer mit Unterstützung einiger Pfuhler Bürger an. Die Krankenpflege sowie die Betreuung und Erziehung der kleinen Kinder organisierte er durch den von ihm gegründeten Ev. Gemeindeverein und mit Hilfe der aus Augsburg geholten Diakonissen, die von 1916 bis 1988 ihren aufopfernden Dienst taten. Heute betreuen die Mitarbeiterinnen der Sozialstation ca. 40 Patienten, die des Kindergartens 108 Kinder. Der Gemeinde stand mit den Räumen des von Pfarrer Griesmayer gekauften Anwesens für die »Kleinkinderbewahranstalt« gleichzeitig ein Gemeindehaus zur Verfügung, längst bevor das heutige im Jahr 1962 eingeweiht wurde.

Im Zweiten Weltkrieg kamen am 4. März 1945 durch den großen Bombenangriff auf Neu-Ulm, der auch den Westteil Pfuhls schwer traf, 48 Menschen ums Leben, zusammen mit den Gefallenen und Vermissten waren am Ende des Krieges 357 Opfer zu beklagen. Pfarrer Haller (im Dienst von 1935-1956) war zwar selber bis 1945 Parteimitglied, betrieb aber in vielen Fragen einen eigenständigen kirchlichen Kurs, der ihn öfters in Konflikt mit der örtlichen Parteiführung brachte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Pfuhl vor allem durch den Zuzug von über tausend Heimatvertriebenen maßgeblich geprägt. Der ehemals rein evangelische Ort bietet heute zwei annähernd gleichstarken christlichen Konfessionen Heimat, zwischen denen ein von Ökumene geprägtes Klima herrscht.

1974 bekam Burlafingen, dessen evangelische Christen in dem ursprünglich rein katholischen Ort vom Pfuhler Pfarrer mitbetreut wurden, eine eigene Pfarrstelle, die zugleich für einen großen Teil der Zuzugsgebiete um den alten Ort Pfuhl zuständig ist. Zudem wurde im Jahr 1992 am Westrand von Pfuhl ein Aussiedlerheim errichtet, so bleibt die Integration von alter traditionsreicher Gemeinde und Neuzugezogenen eine Schwerpunktaufgabe für die heute ca. 3900 Mitglieder zählende evangelische Gemeinde.

Sabine und Hans Troitzsch-Borchardt, Pfarrer 

zeittafel

1394

Datiertes Weltgerichtsfresko am Chorbogen

1493

Ehemals Datum am 1727 abgebrochenen gotischen Predigtstuhl (Kanzel)

1552

Kirche im Markgrafenkrieg beschädigt

1582

Pfuhl wird selbständige Pfarrei

1610

Datierung der Kirchenemporen

1634

Pfarrhaus im Schwedenkrieg abgebrannt

1655

Der Ulmer Rat lässt durch Joseph Furttenbach ein neues Pfarrhaus (Fachwerkbau) errichten

1661/62

Isaak Kramer |1656-1677): mit Stiftungen zahlreicher Ulmer Bürger kam Farbe in die Kirche: neue Fresken von Andreas Schuler, darunter ein Jüngstes Gericht und eine Berg-Tabor-Darstellung. Tafelbilderzyklen von Michael Philipp, Ulm (Apostelbilder an der Brüstung der alten Empore), Johann Stöltzlin (Leben-Christi-Zyklus an der Brüstung der neuen Empore, heute alles verloren). Kruzifixus (»under dem Bogen des Chors«) von David Hescheler, Bildhauer, gefasst von Stadtmaler Stöltzlin. Neuer Altar von Zunftmeister Hans Nübling, Ulm, mit Abendmahlsbild von Stöltzlin (Altar 1727 ersetzt, Gemälde erst im 19. Jahrh. Verloren). Kanzeldeckel auf die |gotische) Kanzel mit fünf Brustbildern Christi und der Evangelisten, von Stöltzlin (1727 ersetzt). »Ausfiehrung Christi zur Creutzigung« als Epitaph für Forstmeister Vetter gestiftet, vom Ulmer Stadtmaler Hans Stöltzlin, noch vorhanden.

1727/28

Zweite Barockisierung unter Pfarrer Conrad Daniel Kleinknecht mit neuem Barockaltar (von Jakob Rühle und Bildhauer Christian Friedrich Braun unter Einbeziehung des Hescheler-Kruzifixus von 1661). Neue Kanzel (Eichenholz) von Bildhauer Ch. Fr. Braun. Deckenfresko (verloren) von Christoph Resch, Ulm. Gipsdecke von Stukkator David Madel, Unterelchingen. Neue Orgel von Chrysostomus Baur, Ulm.

1833

Das kgl. Bayer. Evangelische Pfarramt umfasst einen Sprengel mit 15 Orten: Pfuhl, Birkhof, Burlafingen, Neu-Ulm, Gurrenhof, Illerüberfahrt (»Bayerisch Wiblingen«), Offenhausen, Mayerhof, Striebelhof, Steinhäule, Harzer, Freudenegg, Riedhofen, Thalfingen, Oberelchingen. Angrenzendes Pfarramt war Leipheim.

1867

Restaurierung im Nazarenerstil

1898

Restaurierung nach dem Projekt von Maler Karl Ortlieb, Neu-Ulm, und Dekorationsmaler Georg Wirth

1953/55

Restaurierung und Wiederherstellung des gotischen Zustands mit Ausnahme von Altar, Kanzel, Empore unter Pfarrer Adolf Haller (Einweihung 16. 10. 1955).

1982

Neue Orgel von Ekkehard Simon

1994

Abschluß der Außenrenovierung an St. Ulrich

2001-2005

Innenrenovierung der St. Ulrichkirche inkl. Orgel

2020

Einweihung des neuen Gemeindeshauses neben der Kirche in der Kirchstraße 3

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